Ambidextrie – Beidhändig in die Zukunft

Während wir uns auf die aktuelle Situation konzentrieren und versuchen, das Beste daraus zu machen, gilt es gleichzeitig, im Sinne der Zukunft nachhaltig und weitblickend zu agieren. Bei diesem Spagat zwischen zwei Extremen ist Ambidextrie nahezu unabdingbar – und zugleich unbequem, weil ungewohnt bzw. fremd. Der Begriff setzt sich aus dem lateinischen „ambo“ für „beide“ und „dextra“ für „geschickt“ zusammen. An sich handelt es sich also um Beidhändigkeit und somit die Fähigkeit, die rechte und die linke Hand gleich gut benutzen zu können. Und das können nur die wenigsten – nicht nur, weil wir (anderen) es nicht können, als vielmehr, weil wir es nie können mussten.
Im Managementbereich ist der Begriff seit einigen Jahrzehnten angekommen. Oder sagen wir so: Zumindest wurde er als „organisationale Ambidextrie“ bereits 1976 vom US-amerikanischen Organisationsdesigner Robert B. Duncan erstmals ins Spiel gebracht. Demnach ist es für Unternehmen entscheidend, sowohl Neues zu erkunden und zu erforschen (Exploration) als auch Bestehendes auszunutzen und zu optimieren (Exploitation). Organisationen müssen somit im Sinne der Ambidextrie zugleich effizient und flexibel sein – oder, wie Jan-Erik Baars sagen würde, eine Entwurfs- und Exzellenzkultur leben.

Die Welt löst sich auf

Inwiefern das in den Unternehmen tatsächlich der Fall ist, steht freilich auf einem anderen Blatt geschrieben und soll an dieser Stelle gar nicht weiter erörtert werden. Auch weil es ohnehin viel zu klein gedacht ist. Schließlich besteht das Leben erstens nicht nur aus Arbeit und zweitens findet Wandel genauso rasch und umfassend im privaten Alltag wie im wirtschaftlichen Umfeld statt. Wenn wir also mit dieser sich so rasch verändernden Welt Schritt halten wollen, müssten wir eigentlich von klein auf im übertragenen Sinn beidhändig unterwegs sein und langfristig zu einer „ambidextrischen“ Gesellschaft werden.
Bislang war das jedoch nicht nötig. Denn in der linear und industriell geprägten Welt war Beidhändigkeit nebensächlich. Der Laden lief und wir konnten der Zukunft mit Verbesserungen à la „Jetzt noch besser…“ begegnen. Nun sorgen Digitalisierung, Globalisierung und vor allem eine immer noch größere Veränderungsdynamik dafür, dass Produkte und Dienstleistungen obsolet werden. Ganze Branchen und Märkte lösen sich quasi vor unseren Augen auf. Die Form der bisherigen Produktentwicklung und die Art, wie wir Innovation betrieben haben, funktionieren nicht mehr. Unser Handeln greift zu kurz und das „alte Denken“ kann mit dieser Kurzfristigkeit und Schnelllebigkeit nicht umgehen. Dabei wird das Wechselspiel zwischen dem Rational-Wirtschaftlichen, das auf Fakten, Studien und Erfahrungen beruht, und dem Kreativ-Emotionalen, also dem Gestalterischen und Anwendbaren, immer wichtiger.

Ambidextrie macht Schule

Ambidextrie ist übrigens kein fertiges Konstrukt, das einmal erlernt, in jeder Lebenslage angewendet werden kann. Vielmehr handelt es sich um eine Fähigkeit, die sich aus einem Mindset im Sinne eines offenen Zugangs kontinuierlich weiterentwickelt. Es ist eine Art Kulturtechnik, die sich nur dann entfalten kann, wenn es dafür auch passenden Rahmenbedingungen gibt. Und das fängt, wie so oft, bereits im Bildungsbereich an bzw. sollte es dort anfangen. Denn bis dato haben wir es ebendort nach wie vor mit Strukturen zu tun, die aus einem industriell geprägten Zeitalter stammen. Diese gilt es aufzubrechen und Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene vollumfänglich mit der Beidhändigkeit vertraut zu machen. Wir sollten schon in jungen Jahren lernen, die Dinge auf einer wissens- und faktenbasierten Ebene anzugehen und zugleich kreativ in die Vollen des Anwendbaren zu gehen. Denn wir können nicht wie bisher zuerst das eine und dann das andere machen. Wir müssen unser Tun tatsächlich in den Parallelbetrieb bringen. Da uns diese Fähigkeit aber nicht in die Wiege gelegt wurde, sollten wir geistes- und naturwissenschaftliche Ausbildungen um kreative Komponenten ergänzen. Wir müssen über den fachlichen Tellerrand schauen und Inter- bzw. noch besser Multidisziplinarität fördern, das eine mit dem anderen abgleichen und in Verbindung setzen. Wir können nicht auf Knopfdruck kreativ sein – schon gar nicht, wenn es einem in der Schule abgewöhnt wird.

 

Ambidextrie: Beidhändig in die Zukunft (© Quino Al, Unsplash)
Was, wenn die nächsten Generationen lernen würden, dass eben nicht nur Disziplin, Ordnung und Wissen erforderlich sind, sondern auch Neugier, Mut und Kreativität in Kombination die Lösungen für eine Welt von Morgen aufzeigen? Was, wenn wir es uns angewöhnen bzw. nie abgewöhnen würden, neugierig an die Dinge heranzugehen, das eigene Tun gegebenenfalls zu korrigieren, um daraufhin erneut Mut zu fassen und immer wieder aufs Neue zu üben und anzuwenden? Was bräuchte es, damit das Bildungssystem nicht mehr der schleichende Tod der Kreativität ist?

New Business

Auch in Unternehmen brauchen wir Rahmenbedingungen, die weit über Kreativ-Workshops, Cross-Thinking, Canvas-Modelle, Innovation Circles oder Breakout-Rooms hinausgehen. Geschäftsführung, Führungskräfte und Mitarbeiter sollten die beiden Seiten der Ambidextrie-Medaille nicht nur verstehen, sie müssen sie beherrschen. So gilt es, Teams zu formen und ein Mindset zu schaffen, das gleichzeitiges Handeln und Denken verinnerlicht hat. Dass bei einer derart neuen Innovationskultur hierarchische Strukturen aus industriellen Zeiten fehl am Platz sind, versteht sich von selbst. Erst wenn Hierarchien beseitigt sind, wird jeder Einzelne danach streben, Produkte und Dienstleistungen nicht nur zu optimieren, sondern sie gänzlich neu zu denken. Tradition und Innovation müssen tatsächlich Hand in Hand gehen und nicht nur als Werbeslogan nach außen getragen werden. Wir haben keine Zeit mehr, die Dinge nur ein Stückweit zu verbessern.

Wenn es um die Zukunft geht, haben wir es seit geraumer Zeit mit einer Welt des „sowohl-als auch“ zu tun. Soll heißen: Es gibt nicht mehr die eine richtige Entscheidung, sondern immer eine Vielzahl anderer Möglichkeiten. Die Dinge gestalten sich als Wechselspiel, verflüssigen sich regelrecht und entwickeln sich gerade dadurch weiter. Das Leben mit all seinen Facetten wird zum Prozess, bei dem sich alles gegenseitig beeinflusst und ineinander übergeht.

Je mehr wir die Liquidität der Dinge und Fähigkeiten akzeptieren und sie anwenden können, umso leichter wird es uns fallen, zwei vermeintlich gegensätzliche Pole wie Handeln und Denken, Gegenwart und Zukunft in Einklang zu bringen. Wenn wir das schaffen, wird sich auch der Bruch zwischen dem Heute und Morgen auflösen. Dann werden wir uns nicht mehr im gegenwärtigen Leben verlieren und einen Disconnect zur Zukunft verspüren. Vielmehr wird es ein Leichtes sein, uns um aktuelle Bedürfnisse zu kümmern und uns gleichzeitig fit für die Zukunft zu machen.

Beidhändig nach den Sternen greifen

Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft, Ambidextrie zu einer Kulturtechnik zu machen, sodass jeder einzelne einen unbändigen Willen verspürt, das Bestehende zu verbessern und zugleich grundlegend Neues zu gestalten. Werden wir hier und heute konkret, während wir wissenschaftlich und abstrakt über die Welt von morgen nachdenken. Lassen wir Technologie und Ästhetik ineinanderfließen. Denken und machen wir die Welt neu und begeben wir uns dabei ruhig mal ins Hamsterrad – nicht um uns auszupowern, sondern um zu merken, dass wir der Zukunft gar nicht entkommen können. Hören wir auf, Workshops zu veranstalten. Kümmern wir uns vielmehr um einen neuen Workflow. Trauen wir uns, Fehler zu machen, um im selben Moment aus ihnen zu lernen und die Dinge sogleich komplett neu zu denken und anzugehen. Das Einzige, was wir falsch machen können, ist nur das eine oder das andere zu machen – oder noch schlimmer gar nichts zu machen. Also packen wir die Welt heute an, um morgen schon beidhändig nach den Sternen gegriffen zu haben.

© 2025 Klaus Kofler

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weiter neu denken

Future Literacy – Zukunftsdenken als Kulturgut

Wir reden derzeit erstaunlich viel darüber, was Künstliche Intelligenz künftig können wird, aber andererseits erstaunlich wenig darüber, was wir Menschen künftig können sollten. Wir diskutieren darüber, welche Berufe verschwinden könnten, welche Tätigkeiten automatisiert werden und welche Entscheidungen die KI künftig für uns vorbereiten oder sogar übernehmen können. Aber übersehen wir dabei nicht eine viel grundsätzlichere Entwicklung? Denn je leistungsfähiger unsere Systeme werden, desto größer wird die Versuchung, ihnen nicht nur Aufgaben zu übertragen, sondern zunehmend auch unser Denken über die Zukunft selbst. Genau hier liegt für mich der blinde Fleck.

Denn wir trainieren Maschinen darauf, immer bessere Antworten zu geben, aber trainieren wir auch uns selbst darin, andere Fragen zu stellen? Investieren wir ausreichend in unsere Vorstellungskraft, unsere Urteilskraft und unseren Mut, Zukunft auch außerhalb des Wahrscheinlichen zu denken? Hier setzt Future Literacy an und wird zu einer entscheidenden Zukunftskompetenz.

Was Future Literacy mit unserer Vorstellung von Zukunft verändert

Die UNESCO beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Future Literacy als einer grundlegenden Fähigkeit im Umgang mit Zukunft. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, Zukunft besser vorherzusagen, sondern zu erkennen, wie unsere Vorstellungen von Zukunft unser Denken und Handeln in der Gegenwart beeinflussen. Das klingt zunächst einfach, aber tatsächlich verändert es unseren Blick auf Zukunft fundamental. Denn Future Literacy gehört überall dorthin, wo Zukunft nicht nur passieren, sondern gestaltet werden soll. Das ist auch ein zentraler Gedanke meines Buches „Ressource Zukunft“.

Future Literacy und KI – raus aus dem Wahrscheinlichkeitsgefängnis

Wir alle tragen Bilder, Erwartungen, Hoffnungen und Befürchtungen über Zukunft in uns, die uns beeinflussen, welche Entscheidungen wir treffen, welche Möglichkeiten wir erkennen und welche wir ausschließen. Deshalb ist Zukunft auch nicht nur etwas, was irgendwann auf uns zukommt, sondern eine Ressource, die wir tunlichst nicht aus der Hand geben sollten.

Gerade darin sehe ich eine der großen Herausforderungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz. KI kann zwar enorme Mengen an Informationen verarbeiten. Sie erkennt Muster, stellt Zusammenhänge her und kann aus vorhandenen Daten mögliche Entwicklungen ableiten. Unumstritten, all das ist beeindruckend und wird unser Denken erheblich erweitern. Problematisch wird es dann, wenn aus dieser Unterstützung Orientierung wird. Denn Daten erzählen uns zunächst einmal, was war. Wahrscheinlichkeiten beschreiben, was unter bestimmten Annahmen eintreten könnte, sagen uns aber nicht, welche Zukunft wir denn wirklich wollen. Wenn wir aber beginnen, Wahrscheinlichkeit mit Zukunft zu verwechseln, entsteht etwas, das ich als „Wahrscheinlichkeitsgefängnis“ bezeichne. Wir bewegen uns dann immer stärker innerhalb dessen, was aufgrund vorhandener Daten auch plausibel erscheint. Das Überraschende, das Unfertige, das Unwahrscheinliche und wirklich Neue geraten aus unserem Blickfeld. Vielleicht besteht deshalb die eigentliche Gefahr von KI gar nicht darin, dass Maschinen irgendwann wie Menschen denken, sondern dass wir Menschen zunehmend beginnen, wie Maschinen über Zukunft zu denken.

Future Literacy durchbricht genau diese Logik, weil sie nicht nur fragt, was wahrscheinlich geschehen wird, sondern was noch möglich sein könnte. Welche Annahmen bestimmen unseren Blick? Was übersehen wir gerade? Welche Zukunft halten wir für unrealistisch und warum, oder aber welche Möglichkeiten entstehen, wenn wir Perspektiven verändern? Future Literacy ist kein Gegenmittel gegen KI, aber sie ist eine Antwort auf die Gefahr, unsere Zukunft aus der Hand zu geben. Und das ist ein entscheidender Unterschied.

Warum KI-Kompetenz allein nicht ausreicht

Natürlich müssen Menschen lernen, kompetent mit Künstlicher Intelligenz umzugehen. Wir brauchen Wissen darüber, wie diese Systeme funktionieren, was sie können und wo ihre Grenzen liegen. Aber das reicht nicht, denn die entscheidende Zukunftsfrage lautet nicht, wie wir mit einer Technologie umgehen. Sie muss lauten, welche Zukunft wir mit ihr ermöglichen wollen. Und dafür brauchen wir Menschen, die Zukunft nicht nur analysieren, sondern sich Zukunft auch vorstellen können. Also Menschen, die Unsicherheit nicht sofort beseitigen müssen. Menschen, die Widersprüche aushalten. Menschen, die bestehende Narrative hinterfragen. Menschen, die andere Möglichkeiten denken können und Menschen, die den Mut haben, daraus Verantwortung und Handlung entstehen zu lassen.

Future Literacy und Regeneratives Zukunftsdesign

Hier verbindet sich Future Literacy mit meinem Ansatz des Regenerativen Zukunftsdesigns. Verstehen, Erkunden und Gestalten. Verstehen bedeutet, nicht sofort nach Antworten zu suchen, sondern zuerst einmal Zusammenhänge zu erkennen, Annahmen sichtbar machen und den eigenen Blick hinterfragen. Erkunden heißt, den Raum der Möglichkeiten zu öffnen. Nicht sofort entscheiden, was funktioniert und was nicht, sondern experimentieren und Unfertiges zulassen. Offen lernen, statt möglichst früh recht haben zu wollen. Und Gestalten bedeutet schließlich auch Verantwortung für Entscheidungen zu übernehmen und aus Erkenntnissen konkrete Handlung entstehen zu lassen. Erst dann verbindet sich die äußere Zukunft mit unserer inneren Zukunft.

Äußere Zukunft braucht innere Zukunft

Über die äußere Zukunft sprechen wir ständig. Technologie, Klima, Energie, Wirtschaft, Demografie und geopolitische Veränderungen beschäftigen Unternehmen, Politik und Gesellschaft. Aber was ist mit unserer inneren Zukunft? Mit unserer Vorstellungskraft, unserer Haltung unseren Mut oder unserer Selbstwirksamkeit. Wir investieren enorme Summen in Systeme, die immer leistungsfähiger darin werden, Informationen zu verarbeiten und Antworten zu produzieren. Aber gleichzeitig investieren wir vergleichsweise wenig darin, Menschen zu befähigen, mit Unsicherheit umzugehen, eigene Zukunftsbilder zu entwickeln und in einer unsicheren Welt navigieren zu können. Das halte ich für einen Fehler, denn eine Gesellschaft, die ihre Vorstellungskraft verliert, verliert irgendwann auch ihre Gestaltungskraft.

Zukunftsdenken muss zum Kulturgut werden

Deshalb gehört Future Literacy für mich nicht in eine kleine Nische der Zukunftsforschung. Sie gehört dorthin, wo Menschen Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und Zukunft aktiv gestalten wollen. In Unternehmen und Organisationen, in Politik und Verwaltung, in Regionen und Gemeinden, in Wissenschaft und Bildung und letztlich mitten in unsere Gesellschaft. Wir dürfen Zukunft nicht erst dann zum Thema machen, wenn eine neue Strategie geschrieben werden muss oder die nächste Krise vor der Tür steht. Zukunftsdenken muss zu einem Kulturgut werden, weil Menschen erleben müssen, dass Zukunft nicht etwas ist, dem sie ausgeliefert sind. Sie müssen erfahren, dass sie Zusammenhänge verstehen, Möglichkeiten erkunden und daraus Handlung entwickeln können.

In dieser Selbstwirksamkeit liegt die eigentliche Bedeutung von Future Literacy. Und deshalb braucht es in Zeiten Künstlicher Intelligenz weniger Diskussionen darüber, wie wir mit den Maschinen Schritt halten können, sondern was uns als Menschen zukunftsfähig macht. Also nicht noch schneller rechnen und noch mehr Daten zu verarbeiten, sondern wie wir lernen, Zusammenhänge zu erkennen, Perspektiven zu wechseln oder Möglichkeiten zu denken und verantwortlich zu handeln.

Future Literacy ist mehr als eine Kompetenz

Future Literacy ist damit weit mehr als eine Kompetenz. Sie ist eine Haltung gegenüber dem noch nicht Vorhandenen und bedeutet, Zukunft nicht als Verlängerung der Gegenwart zu akzeptieren, sondern als Möglichkeitsraum zu begreifen. Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Fähigkeiten unserer Zeit. Eben nicht die Zukunft möglichst genau vorherzusagen, sondern den Mut zu behalten, andere Zukünfte überhaupt denken zu wollen. Und klar, KI kann uns dabei unterstützen, aber welche Zukunft wir möglich machen wollen, dürfen wir nicht an sie delegieren, sondern selbst bestimmen.

Über Klaus Kofler

Klaus Kofler ist Zukunftsforscher, Futurist, Zukunftsdesigner und Autor. Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt er sich mit der Frage, wie Menschen und Organisationen Zukunft wahrnehmen, denken und gestalten. Im Zentrum seiner Arbeit stehen Zukunftskompetenz, Regeneratives Zukunftsdesign und die Idee, Zukunft als gestaltbare Ressource zu begreifen.

Mehr über Klaus Kofler

Zukunftsblick

Future Literacy – Warum Zukunftsdenken zum Kulturgut werden muss

Je leistungsfähiger Künstliche Intelligenz wird, desto wichtiger wird eine andere Frage. Was müssen wir Menschen künftig können? Future Literacy könnte zu einer der entscheidenden Fähigkeiten unserer Zeit werden, weil Zukunft mehr ist als das, was Daten für wahrscheinlich halten.

Zukunftsforscher Klaus Kofler im Gespräch mit JETZT.at 

„Stell dir vor, es ist Zukunft – und keiner geht hin.“ Dahinter steckt mehr als ein prägnanter Titel. Er beschreibt eine Frage, die mich seit vielen Jahren begleitet, nämlich, warum es uns so schwer fällt, Zukunft als Gestaltungsraum zu begreifen, gerade in einer Zeit, in der wir sie mehr brauchen denn je.

Wir leben in einer Welt, die von Krisen, Unsicherheit und immer größerer Komplexität geprägt ist. Wer täglich die Nachrichten verfolgt, könnte leicht den Eindruck gewinnen, Zukunft sei vor allem eine Abfolge neuer Herausforderungen. Im Interview spreche ich darüber, warum wir neue Zukunftsbilder brauchen, weshalb Vertrauen zu einer der wichtigsten Zukunftskompetenzen wird und warum Veränderung immer im Inneren beginnt. Solange wir Zukunft nur verwalten, bleiben wir in den Denkmustern der Vergangenheit gefangen. Erst wenn wir den Mut entwickeln, neue Möglichkeiten zu denken und Verantwortung zu übernehmen, entsteht echte Gestaltungskraft.

Zukunft braucht neue Bilder

Für mich bedeutet Zukunftsforschung deshalb weit mehr als Trends oder Szenarien zu analysieren. Zukunft ist ein Resonanzraum für Verantwortung, Vorstellungskraft und gemeinsames Handeln. Sie entsteht dort, wo Menschen bereit sind, alte Geschichten zu hinterfragen, neue Perspektiven zu entwickeln und den Schritt über die Schwelle des Bekannten zu wagen.

Das Gespräch mit Nico Knappe von jetzt.at, das während des AlpenKlimaGipfels 2026 auf der Zugspitze entstanden ist, greift genau diese Fragen auf. Es geht um Zukunftskraft, Vertrauen, Dialog und die Überzeugung, dass wir Zukunft nicht nur managen, sondern kultivieren müssen.

Denn Zukunft beginnt nicht irgendwann. Sie beginnt in dem Moment, in dem wir bereit sind, ihr mit Haltung, Vertrauen und Gestaltungskraft zu begegnen.

Hier gelangst Du zum vollständigen Interview auf JETZT.at.

 

 

 

 

Zukunftsblick

„Stell dir vor, es ist Zukunft – und keiner geht hin“

Im Interview mit JETZT.at, das während des AlpenKlimaGipfels 2026 entstanden ist, spreche ich darüber, warum Zukunft mit Haltung, Vertrauen und neuen Zukunftsbildern beginnt.

Zukunftskommunikation schafft Orientierung anstatt Alarmismus 

Der Klimawandel verändert den alpinen Lebensraum schneller, als das viele von uns wahrhaben wollen. Umso wichtiger ist die Frage, wie wir über diese Herausforderungen sprechen. Zukunftskommunikation bedeutet nicht, Probleme klein zu reden oder Optimismus zu inszenieren. Zukunftskommunikation bedeutet, wissenschaftlichen Erkenntnissen ehrlich zu begegnen und gleichzeitig Orientierung, Handlungsmöglichkeiten und Zuversicht zu vermitteln. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie wir den Wandel bewältigen wollen, sondern auch, wie wir Menschen dafür gewinnen und motivieren können, diese Herausforderungen aktiv zu gestalten.

Genau darüber durfte ich mit dem Wettermoderator Björn Alexander beim AlpenKlimaGipfel 2026 auf der Zugspitze sprechen. Ein Format, bei der Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft gemeinsam über die Zukunft des Alpenraums diskutieren. Mich überzeugte diese Veranstaltung, weil es eben nicht bei der Beschreibung von Problemen blieb, sondern den Blick auf konkrete Anpassungsstrategien und gesellschaftliche Resilienz öffnete.

Wie wir über Zukunft sprechen, entscheidet oft darüber, wie wir ihr begegnen

Zukunft entsteht durch die Art, wie wir über sie sprechen und mit ihr umgehen. Kommunikation kann Angst verstärken, kann jedoch auch Zuversicht und Gestaltungskraft wecken. Genau deshalb ist die Zukunftsreise entstanden. Sie lädt Menschen ein, Zukunft nicht als Schicksal, sondern als gemeinsamen Möglichkeitsraum zu betrachten.

Fotocredits: © Tiroler Zugspitz Arena / Hetfleisch

Hier das Gespräch zum Nachhören: Klaus Kofler mit Björn Alexander

Das Interview mit Luisa Gohlke findet ihr hier: „Ich möchte mit der Zukunftsreise motivieren, anzufangen“

 

 

 

 

Zukunftsblick

AlpenKlimaGipfel 2026: Meteorologe Björn Alexander im Gespräch mit Klaus Kofler

Beim AlpenKlimaGipfel auf der Zugspitze spreche ich mit Meteorologe Björn Alexander über Zukunftskommunikation, Vertrauen, Wissenschaft und die Frage, wie Orientierung in einer komplexen Welt gelingen kann. Vielen Dank an das Team des AlpenKlimaGipfels für die Einladung und all den inspirierenden Gesprächen mit den Teilnehmern und Experten.