Die Generation Z sieht nicht ohne Sorgenfalten in die Zukunft

Die Generation Z ist mit einem mulmigen Gefühl ins Leben gestartet, vielfach geprägt durch Klimakrise, geopolitische Spannungen und gesellschaftliche Unruhen. Im Artikel „Generation Z(ukunftsangst)“ der Wiener Zeitung beschreibt die Studentin Theresa beispielhaft ihr Empfinden. Sicherheit findet sie zunehmend brüchig, die Zukunft wirkt diffus, oft genug aus Angst. Das Bild einer stolpernden Generation entsteht, die zwar hoffnungsvoll, aber zugleich betroffen auf die Herausforderung Zukunft blickt.

Im Interview mit der Wiener Zeitung spricht Zukunftsforscher Klaus Kofler über ein Thema, das besonders die junge Generation beschäftigt, die wachsende Angst vor der Zukunft. Die Generation Z, aufgewachsen in einer Zeit multipler Krisen, erlebt Unsicherheit, Orientierungslosigkeit und die Sorge, dass es ihr schlechter gehen könnte als den Generationen davor. Kofler macht deutlich, dass diese Ängste ernst zu nehmen sind, sie dürfen jedoch nicht zum Stillstand führen, sondern müssen Ausgangspunkt für neue Handlungsräume werden.

Bildung, Kommunikation und neue Perspektiven für junge Menschen

Für die Generation Z bedeutet das weniger Fokus auf Angst und Ohnmacht, und mehr Mut zur Mitgestaltung. Angst sei ein Warnsignal, sagt Klaus Kofler, aber kein konstruktiver Motor. Besonders betont er die Rolle von Bildung und Kommunikation. Junge Menschen müssten lernen, mit Unsicherheiten umzugehen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und eigene Zukunftsbilder zu entwickeln. Hier sieht Kofler die große Aufgabe der Gesellschaft, Räume zu schaffen, in denen Hoffnung, Kreativität und Vertrauen wachsen können. Nur so könne Zukunft als Chance und nicht als Bedrohung erlebt werden.

Im Interview wird deutlich, dass die Frage nach der Zukunft eng mit unserem Menschenbild verknüpft ist. Klaus Kofler plädiert für ein Denken, das den Menschen nicht länger als Störfaktor, sondern als Teil der Lösung begreift. Resilienz, Empathie und ein regeneratives Zukunftsdesign sind für ihn entscheidend, um mit Unsicherheiten produktiv umzugehen.

Der Artikel mahnt dazu, dringend Jugendanliegen sichtbar zu machen, z. B. durch politische Teilhabe, Stimme im System, sicht- und fühlbares Mitgestalten. Nur so entsteht wieder Vertrauen, Mut und Hoffnung auf eine gestaltbare Zukunft.

zum Artikel der Wiener Zeitung

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Weitere Beiträge

weiter neu denken

Zukunftskompetenz statt Zukunft vorhersagen

Im Podcast „Vision Possible“ des UNESCO Chair in Futures Capability for Innovation & Entrepreneurship am MCI Innsbruck spricht Klaus Kofler darüber, warum wir Zukunft bisher vor allem verwaltet, prognostiziert und kontrolliert haben, und weshalb das heute nicht mehr ausreicht.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen zentrale Fragen unserer Zeit:
Wie bleiben Menschen und Organisationen in einer komplexen Welt handlungsfähig? Warum greifen klassische Zukunftsbilder immer häufiger zu kurz? Und weshalb wird Zukunftskompetenz zu einer der entscheidenden Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts?

Das Gespräch beleuchtet unter anderem:

… warum Prognosen oft Sicherheit versprechen, aber selten echte Orientierung geben
… weshalb Zukunft nicht verwaltet, sondern gestaltet werden muss
… warum wir lernen sollten, mit Unsicherheit produktiv umzugehen
… welche Fähigkeiten Menschen in Zeiten permanenter Veränderung stärken
… und weshalb technologische Entwicklung ohne menschliche Haltung ins Leere läuft

Futures Literacy: Zukunft gestalten statt nur vorhersagen

Besonders inspirierend ist dabei der Ansatz der „Futures Literacy“, den die UNESCO als Schlüsselkompetenz der Zukunft beschreibt: Das ist die Fähigkeit, Zukunft nicht nur vorauszudenken, sondern neue Möglichkeitsräume wahrzunehmen und aktiv mitzugestalten.

Ein Gespräch über Zukunftsmut, Resonanzräume und die Frage, wie aus Unsicherheit wieder Gestaltungskraft entstehen kann.

🎧 Hier geht’s zur Podcastfolge

 

 

Zukunftsblick

Klaus Kofler im Podcast „Vision Possible“: Zukunft als Ressource

m Podcast „Vision Possible“ spricht Klaus Kofler über einen neuen Umgang mit Zukunft in Zeiten von Unsicherheit, KI und gesellschaftlichem Wandel. Im Mittelpunkt stehen Zukunftskompetenz, Futures Literacy und die Frage, wie Menschen wieder handlungsfähig werden können. Ein Gespräch über Haltung, Gestaltungskraft und neue Möglichkeitsräume.

Wie gestalten wir Zukunft wieder bewusst, statt ihr nur hinterherzulaufen?

Die meisten Zukunftsbücher fragen, wie sehr Technologie und Fortschritt uns verändern werden. In meinem aktuellen Buch stelle ich die umgekehrte Frage: wie veränderungsfähig sind wir Menschen selbst – und welchen Einfluss könnten wir dadurch auf das nehmen, was auf uns zukommt?

Mehr dazu im Börsenblatt-Interview mit Klaus Kofler: zum Interview

Und mehr zum Buch „Ressource Zukunft – Die Kunst, eine Welt von Morgen zu gestalten“

 

 

Zukunftsblick

Wie gestalten wir Zukunft wieder bewusst, statt ihr nur hinterherzulaufen?

Zukunft ist für Klaus Kofler keine Prognose, sondern die Haltung, sie als gemeinsame Aufgabe zu begreifen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Zukunftsforscher Klaus Kofler spricht im Börsenblatt über Zukunft als Ressource und regeneratives Zukunftsdesign.

Zukunft braucht Begeisterung…Staunen statt Stillstand

Zukunft braucht Begeisterung, denn ohne Staunen verliert jede Gesellschaft ihre Vorstellungskraft und damit ihre Gestaltungsfähigkeit.

Während sich in vielen Debatten ein düsterer Grundton festgesetzt hat und Krisen, Konflikten und Machtspielen die Schlagzeilen dominieren, haben die gerade zu Ende gegangenen Olympischen Spiele in Italien etwas anderes sichtbar gemacht. Nicht als naive Gegenwelt, sondern als reale Möglichkeit. Denn wer genau hinsieht, erkennt, dass Zukunft nicht nur in Strategiepapieren, Innovationslaboren oder politischen Gipfeln entsteht. Sie zeigt sich dort, wo Menschen über Unterschiede hinweg gemeinsam etwas möglich machen. Auf den Wettkampfstätten war nicht nur Perfektion das Entscheidende, sondern auch Beziehung zueinander und füreinander. Nicht nationale Abgrenzung, sondern gelebte Vielfalt und auch nicht Zynismus, sondern die erstaunliche Fähigkeit des Menschen, sich immer wieder neu zu verbinden.

Staunen als Motor gesellschaftlicher Zukunftsfähigkeit

Aus Zukunftssicht ist das kein sentimentaler Moment, sondern ein struktureller Hinweis. Denn Gesellschaften verlieren ihre Zukunftsfähigkeit nicht zuerst durch äußere Krisen, sondern durch den inneren Verlust von Vorstellungskraft. Der Ökonom und Zukunftsdenker Jeremy Rifkin weist seit Jahren darauf hin, dass große Transformationen immer auch Bewusstseinsverschiebungen sind. In seinen Arbeiten zur empathischen Zivilisation formuliert er sinngemäß: „Der Grad unserer Empathie bestimmt die Reichweite unserer Zukunft.“ Wo die Fähigkeit zur Verbindung schrumpft, verengt sich auch der Möglichkeitsraum von Gesellschaften. Und hier wird die eigentliche Dynamik sichtbar. Denn wenn wir aufhören zu staunen, verengt sich unser Möglichkeitsraum. Wenn wir uns nur noch als Getriebene negativer Entwicklungen wahrnehmen, beginnen wir, Zukunft defensiv statt gestaltend zu denken. Was auf den ersten Blick wie bloße Stimmungslage wirkt, hat in Wirklichkeit systemische Folgen für Innovationskraft, Kooperationsfähigkeit und gesellschaftliche Resilienz. Gerade deshalb liegt in solchen globalen Ereignissen eine oft unterschätzte Kraft. Sie wirken wie ein kollektives Sichtfenster in alternative Zukünfte. Für einen Moment wird erfahrbar, dass Wettbewerb und Verbundenheit kein Widerspruch sein müssen, dass Vielfalt tragfähig macht und dass gemeinsames Erleben Zukunftsbilder öffnet, die im Alltag allzu schnell überlagert werden.

Die Spiele haben gezeigt, was in der täglichen Krisenrhetorik oft übersehen wird. Denn Kooperation ist kein romantisches Ideal, sondern eine hochwirksame soziale Infrastruktur. Vielfalt ist kein Störfaktor, sondern ein Resilienzverstärker. Transformations- und Resilienzforschung zeigen seit Jahren, dass Systeme mit hoher Diversität und starker Beziehungsqualität anpassungsfähiger auf Störungen reagieren und schneller neue Lösungen entwickeln. Die amerikanische Systemdenkerin Donella Meadows formulierte es prägnant: „Wir müssen das System nicht stärker antreiben; wir müssen die Ziele des Systems verändern.“ Genau das wurde in diesen Tagen zumindest für Momente sichtbar. Nicht das ständige Antreiben, Optimieren und Beschleunigen stand im Vordergrund, sondern das gemeinsame Ausrichten auf etwas Größeres als das eigene Interesse.

Das eigentliche Risiko unserer Zeit ist daher nicht die Krise selbst. Es ist die schleichende Gewöhnung an ein Zukunftsbild, das nur noch aus Bedrohung besteht. Aber wer Zukunft ausschließlich als Problemzone betrachtet, wird kaum die Energie aufbringen, sie aktiv zu gestalten. Dauerpessimismus ist kein Zeichen von Realismus. Er ist ein Innovationshemmnis. Deshalb brauchen wir wieder mehr Räume des Staunens. Nicht als Flucht vor dem Realen, sondern als mentale Infrastruktur für Handlungsfähigkeit. Staunen öffnet Wahrnehmung, Begeisterung erzeugt Bindung. Gemeinsame Erfahrungen schaffen Vertrauen und Vertrauen ist der vielleicht wichtigste Rohstoff für jede gelingende Transformation.

Warum Begeisterung Innovationskraft und Resilienz stärkt

Die Olympischen Spiele haben uns daran erinnert, was möglich wird, wenn Menschen sich nicht primär als Konkurrenten, sondern als Teil eines größeren Ganzen erleben. Diese Erfahrung ist kein flüchtiger emotionaler Moment. Sie ist ein Hinweis auf ein tieferes Prinzip lebendiger Systeme, denn Verbindung erzeugt Zukunftsfähigkeit. Wenn wir diese Haltung ernst nehmen, verschiebt sich der Blick grundlegend. Zukunft ist dann kein diffuser Bedrohungshorizont mehr. Sie wird wieder zu dem, was sie immer war, eine gestaltbare Ressource. Und vielleicht beginnt genau dort der notwendige Kulturwechsel unserer Zeit, nämlich in der einfachen, aber radikalen Entscheidung, uns wieder berühren, überraschen und begeistern zu lassen.

 

ab 7. Mai 2026 im Buchhandel erhältlich

 

Zukunftsblick

Zukunft braucht Begeisterung

Zukunft braucht Begeisterung, nicht Dauerpessimismus. Wenn Gesellschaften ihre Fähigkeit zum Staunen verlieren, schrumpft ihr Möglichkeitsraum. Empathie, Vielfalt und Kooperation sind keine idealistischen Werte, sondern systemische Voraussetzungen für Innovation und Resilienz. Wer Zukunft gestalten will, muss wieder lernen, sich berühren und begeistern zu lassen.