Zukunft mutig begegnen – Klaus Kofler im Kurier-Interview über Krisen als Chance
Im Kurier-Interview „Wir müssen der Zukunft mutiger begegnen“ stellt Zukunftsforscher Klaus Kofler die Herausforderung ins Zentrum, wie wir angesichts globaler Krisen unseren Blick für Chancen öffnen können. Er warnt davor, nach Corona von Krisenmüdigkeit gelähmt zu bleiben, der Krieg in der Ukraine, Energiekrise und klimapolitische Krisen bleiben uns erhalten.
Warum wir weiterhin mit Konflikten rechnen müssen
Er betont, dass wir uns auf weitere Konflikte einstellen müssen, verursacht durch gesellschaftliches Aufbegehren, Ressourcenknappheit und die Machtfrage auf globalen Märkten, etwa bei der Lieferung von E-Autos. Fehlende Planbarkeit macht uns verletzlicher, gleichzeitig aber auch flexibler. Ein wichtiges Lernfeld sieht Kofler in der Politik. Vertrauen darf nicht durch Korruptionsskandale gefährdet werden, auch wenn solche Affären historisch wiederkehrend sind.
Statt auf sichere Antworten zu warten, müssen wir mutig handeln. Die Zukunft sei kein Faktor, sondern ein Möglichkeitsraum, der durch Haltung, Verantwortung und gemeinsames Handeln entsteht. Kofler fordert, die Zukunft proaktiv zu gestalten, in Wirtschaft, Politik und dem Umgang mit Krisen. Er mahnt zur Demokratiestärkung, Energieoffensive und nachhaltiger Umkehr, auch ohne einfache Rezepte. Entscheidend sei der Mut, neue Wege zu denken, nicht im Modus des Erhaltens zu verharren.
Das mutige Agora-Modell, bei dem sich Bürger*innen beteiligen und Verantwortung übernehmen, wäre letztlich zukunftsfähiger als technokratische Reaktionen. Für Kofler bedeutet nachhaltiger Wandel, in der Krise nicht aufzugeben, sondern Zukunft mitzugestalten indem wir den alten Denkrahmen sprengen und neue Perspektiven entwickeln.