Zukunftsbewusstsein 2025 – Klaus Kofler im Gespräch

Im Kurier Podcast spricht Zukunftsforscher Klaus Kofler über die Kraft des Zukunftsbewusstseins. Er macht deutlich, dass die zentralen Herausforderungen unserer Zeit nicht nur in geopolitischer, ökologischer oder technologischer Natur liegen, sie liegen tiefer, in unseren mentalen Bruchstellen. Zukunft entsteht nicht durch Prognosen, sondern durch Haltung, Verantwortung und den Mut, neue Wege zu denken.

Mentale Bruchstellen als Kern der Zukunftskrise

Unsere größte Krise ist nicht der Mangel an Wissen über das Morgen, sondern der Verlust an Vorstellungskraft. „Wenn das äußere Zukunftsbild lauter wird als unser inneres, siegt die Angst“, betont Kofler. Diese innere Krise prägt unsere Gegenwart und öffnet Räume für Populismus, Resignation und gesellschaftliche Spaltungen. Der Soziologe Andreas Reckwitz stellt fest, dass moderne Gesellschaften verlernt haben, mit Verlusten umzugehen, eine Einschätzung, die Peer Steinbrück ergänzt: „Wir haben uns bequem eingerichtet in der Gegenwart.“

Vor diesem Hintergrund reicht es nicht aus, sich auf Prognosen zu verlassen. Sie können beruhigen, geben aber keine Orientierung. Zukunft ist ein offener Möglichkeitsraum, der durch Haltung und Verantwortung gefüllt werden muss. Kofler fordert, alte Denkmuster zu hinterfragen und ein aktives Zukunftsbewusstsein zu entwickeln mit weniger Anpassung und mehr Gestaltung. Wer Zukunft als Chance begreift, erkennt, dass neue Antworten nicht durch Rechenmodelle entstehen, sondern durch Klarheit im Denken und Mut zum Handeln.

Neue Sinngeschichten für eine gestaltbare Zukunft

Damit verbunden ist die Suche nach neuen Erzählungen. „Alte Gewinngeschichten funktionieren nicht mehr“, so der Zukunftsforscher Kofler, „neue müssen wir uns erst erfinden.“ Diese Sinngeschichten sind mehr als Worte. Sie geben Orientierung und stärken die Fähigkeit, in Krisen handlungsfähig zu bleiben. Zukunftsbewusstsein bedeutet deshalb auch, unser „Wofür“ neu zu klären. Erst wenn wir Sinn wieder spürbar machen, können wir Zukunft als Gestaltungsauftrag begreifen.

Zukunftsbildung als kulturelle Technik

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Bildung. Doch Zukunftsbildung ist kein klassisches Fach, sondern eine kulturelle Technik, die junge Menschen befähigt, mit Komplexität umzugehen und zwischen multiplen Optionen das Wesentliche zu erkennen. Zukunftskompetenz bedeutet nicht bloß Anpassung an das Bestehende, sondern die Fähigkeit, Möglichkeiten zu eröffnen und aktiv neue Wege zu gestalten.

Auch digitale Medien prägen unsere mentale Zukunftslandschaft. Sie sind weder Feindbild noch Allheilmittel, sondern Beschleuniger, im Positiven wie im Negativen. Informationsflut allein macht uns nicht klüger, oft eher ohnmächtiger. Erst durch Medienkompetenz, kritisches Denken und emotionale Resilienz können wir den digitalen Raum so nutzen, dass er Zukunftsbewusstsein stärkt, statt es zu überfordern.

Optimismus als Pflicht

Trotz aller Herausforderungen bleibt Klaus Kofler optimistisch. Nicht naiv, sondern aus Überzeugung. Er erinnert an Karl Poppers Satz „Optimismus ist Pflicht“ und an Kants Idee einer inneren Verpflichtung zur Hoffnung. Zukunft beginnt nicht irgendwo draußen, sondern in uns selbst. In unserer Haltung, in unserem Denken, in unserem Mut. Sein Appell zum Jahresbeginn 2025 lautet deshalb: „Weniger Angst. Mehr Sinn. Weniger Stillstand. Mehr Erneuerung.“

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weiter neu denken

Zukunftskommunikation schafft Orientierung anstatt Alarmismus 

Der Klimawandel verändert den alpinen Lebensraum schneller, als das viele von uns wahrhaben wollen. Umso wichtiger ist die Frage, wie wir über diese Herausforderungen sprechen. Zukunftskommunikation bedeutet nicht, Probleme klein zu reden oder Optimismus zu inszenieren. Zukunftskommunikation bedeutet, wissenschaftlichen Erkenntnissen ehrlich zu begegnen und gleichzeitig Orientierung, Handlungsmöglichkeiten und Zuversicht zu vermitteln. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, wie wir den Wandel bewältigen wollen, sondern auch, wie wir Menschen dafür gewinnen und motivieren können, diese Herausforderungen aktiv zu gestalten.

Genau darüber durfte ich mit dem Wettermoderator Björn Alexander beim AlpenKlimaGipfel 2026 auf der Zugspitze sprechen. Ein Format, bei der Wissenschaft, Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft, Medien und Zivilgesellschaft gemeinsam über die Zukunft des Alpenraums diskutieren. Mich überzeugte diese Veranstaltung, weil es eben nicht bei der Beschreibung von Problemen blieb, sondern den Blick auf konkrete Anpassungsstrategien und gesellschaftliche Resilienz öffnete.

Wie wir über Zukunft sprechen, entscheidet oft darüber, wie wir ihr begegnen

Zukunft entsteht durch die Art, wie wir über sie sprechen und mit ihr umgehen. Kommunikation kann Angst verstärken, kann jedoch auch Zuversicht und Gestaltungskraft wecken. Genau deshalb ist die Zukunftsreise entstanden. Sie lädt Menschen ein, Zukunft nicht als Schicksal, sondern als gemeinsamen Möglichkeitsraum zu betrachten.

Fotocredits: © Tiroler Zugspitz Arena / Hetfleisch

Hier das Gespräch zum Nachhören: Klaus Kofler mit Björn Alexander

Das Interview mit Luisa Gohlke findet ihr hier: „Ich möchte mit der Zukunftsreise motivieren, anzufangen“

 

 

 

 

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AlpenKlimaGipfel 2026: Meteorologe Björn Alexander im Gespräch mit Klaus Kofler

Beim AlpenKlimaGipfel auf der Zugspitze spreche ich mit Meteorologe Björn Alexander über Zukunftskommunikation, Vertrauen, Wissenschaft und die Frage, wie Orientierung in einer komplexen Welt gelingen kann. Vielen Dank an das Team des AlpenKlimaGipfels für die Einladung und all den inspirierenden Gesprächen mit den Teilnehmern und Experten.

Zukunftskompetenz statt Zukunft vorhersagen

Im Podcast „Vision Possible“ des UNESCO Chair in Futures Capability for Innovation & Entrepreneurship am MCI Innsbruck spricht Klaus Kofler darüber, warum wir Zukunft bisher vor allem verwaltet, prognostiziert und kontrolliert haben, und weshalb das heute nicht mehr ausreicht.

Im Mittelpunkt des Gesprächs stehen zentrale Fragen unserer Zeit:
Wie bleiben Menschen und Organisationen in einer komplexen Welt handlungsfähig? Warum greifen klassische Zukunftsbilder immer häufiger zu kurz? Und weshalb wird Zukunftskompetenz zu einer der entscheidenden Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts?

Das Gespräch beleuchtet unter anderem:

… warum Prognosen oft Sicherheit versprechen, aber selten echte Orientierung geben
… weshalb Zukunft nicht verwaltet, sondern gestaltet werden muss
… warum wir lernen sollten, mit Unsicherheit produktiv umzugehen
… welche Fähigkeiten Menschen in Zeiten permanenter Veränderung stärken
… und weshalb technologische Entwicklung ohne menschliche Haltung ins Leere läuft

Futures Literacy: Zukunft gestalten statt nur vorhersagen

Besonders inspirierend ist dabei der Ansatz der „Futures Literacy“, den die UNESCO als Schlüsselkompetenz der Zukunft beschreibt: Das ist die Fähigkeit, Zukunft nicht nur vorauszudenken, sondern neue Möglichkeitsräume wahrzunehmen und aktiv mitzugestalten.

Ein Gespräch über Zukunftsmut, Resonanzräume und die Frage, wie aus Unsicherheit wieder Gestaltungskraft entstehen kann.

🎧 Hier geht’s zur Podcastfolge

 

 

Zukunftsblick

Klaus Kofler im Podcast „Vision Possible“: Zukunft als Ressource

m Podcast „Vision Possible“ spricht Klaus Kofler über einen neuen Umgang mit Zukunft in Zeiten von Unsicherheit, KI und gesellschaftlichem Wandel. Im Mittelpunkt stehen Zukunftskompetenz, Futures Literacy und die Frage, wie Menschen wieder handlungsfähig werden können. Ein Gespräch über Haltung, Gestaltungskraft und neue Möglichkeitsräume.

Wie gestalten wir Zukunft wieder bewusst, statt ihr nur hinterherzulaufen?

Die meisten Zukunftsbücher fragen, wie sehr Technologie und Fortschritt uns verändern werden. In meinem aktuellen Buch stelle ich die umgekehrte Frage: wie veränderungsfähig sind wir Menschen selbst – und welchen Einfluss könnten wir dadurch auf das nehmen, was auf uns zukommt?

Mehr dazu im Börsenblatt-Interview mit Klaus Kofler: zum Interview

Und mehr zum Buch „Ressource Zukunft – Die Kunst, eine Welt von Morgen zu gestalten“

 

 

Zukunftsblick

Wie gestalten wir Zukunft wieder bewusst, statt ihr nur hinterherzulaufen?

Zukunft ist für Klaus Kofler keine Prognose, sondern die Haltung, sie als gemeinsame Aufgabe zu begreifen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Zukunftsforscher Klaus Kofler spricht im Börsenblatt über Zukunft als Ressource und regeneratives Zukunftsdesign.