Menschenbild

Zukunftsmut statt Zukunftsangst

Zukunft ist kein Schicksal, sondern eine Frage der Haltung. Im Interview mit der Kleinen Zeitung macht Zukunftsforscher Klaus Kofler deutlich, dass wir weniger Prognosen brauchen, sondern mehr Mut, Verantwortung zu übernehmen. In Zeiten, in denen Klimakrise, technologische Umbrüche und gesellschaftliche Spannungen Ängste verstärken, ruft er zu einem Perspektivwechsel auf. Zukunftsbewusstsein bedeutet nicht, auf sichere Antworten zu warten, sondern Unsicherheit als Gestaltungsraum zu begreifen.

Zukunftsbewusstsein statt lähmender Angst

Der österreichische Zukunftsforscher Kofler betont, dass Zukunft nicht berechenbar ist. Sie entsteht dort, wo Menschen Entscheidungen treffen und neue Wege wagen. Angst lähmt, Mut eröffnet Möglichkeiten. Zukunftsmut bedeutet, die Ungewissheit nicht als Bedrohung, sondern als Einladung zum Handeln zu verstehen. Damit unterscheidet sich Koflers Ansatz klar von klassischen Zukunftsprognosen. Nicht das „Was wird kommen?“ ist entscheidend, sondern das „Wofür wollen wir handeln?“

Zukunft als kulturelle Aufgabe

Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der Rolle von Bildung und Kultur. Zukunftskompetenz entsteht nicht allein durch technisches Wissen, sondern durch die Fähigkeit, Zusammenhänge zu deuten, Verantwortung zu teilen und neue Narrative zu entwickeln. „Wir brauchen neue Sinngeschichten“, so Klaus Kofler, „die uns Orientierung geben und unsere Handlungsfähigkeit stärken.“ Zukunft wird damit zu einer kulturellen Aufgabe, die uns alle betrifft, von Politik über Wirtschaft bis in den Alltag jedes Einzelnen.

Von Resilienz zu regenerativem Zukunftsdesign

Besonders hervor hebt Kofler die Bedeutung von Resilienz. Sie ist nicht bloß die Fähigkeit, Krisen zu überstehen, sondern die Basis für ein regeneratives Zukunftsdesign, das Neues möglich macht. Zukunftsmut heißt, vertraute Denkmuster zu verlassen und Räume zu schaffen, in denen Kooperation, Innovation und Verantwortung wachsen können. Klaus Kofler richtet einen klaren Appell an Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, dass Zukunft nicht durch Abwarten, sondern durch mutiges Handeln entsteht. Zukunftsmut ist kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass wir den Krisen unserer Zeit mit Kreativität und Entschlossenheit begegnen können.

📖 „Zum Artikel der Kleinen Zeitung“

Zukunftsblick

Interview Kleine Zeitung – Wir brauchen mehr Zukunftsmut

Zukunftsmut ist kein Luxus, sondern die Voraussetzung dafür, dass wir den Krisen unserer Zeit mit Kreativität und Entschlossenheit begegnen können. Klaus Kofler richtet im Interview mit der Kleinen Zeitung einen klaren Appell an Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, dass Zukunft nicht durch Abwarten, sondern durch mutiges Handeln entsteht.

Der Weg des Fortschritts

Als vor gut einem Jahrhundert große Veränderungen auf unserem Planeten ihren Lauf nahmen, war das auch zugleich die Zeit, als Organisationen wie die Caritas zu ihren „Zukunftsreisen“ aufbrachen. Es war eine Epoche in der Geschichte der Menschheit, die die Menschen voller Erwartungen und faszinierendem Staunen, aber auch mit großen Unsicherheiten, Ängsten und Sorgen in die Zukunft blicken ließ. Denn trotz pfeifendem Dampf, dreckiger Kohle, aufstrebender Fabrikhallen und aufkommender Euphorie eines beginnenden Industriezeitalters spürten die Menschen auch, wie instabil und zerrissen sich die Welt um sie herum entwickelte. Was folgte, waren harte Jahre des Verzichtes, Ungewissheit und der Sinnlosigkeit von Kriegen. Aber waren es nicht schon immer die düsteren Zeiten, die die Menschheit dazu motivierte, dieser Welt ein neues „Gesicht“ zu verleihen? Menschen, die durch Engagement, Solidarität und Nächstenliebe wieder Licht ins Dunkel zauberten. Nein, nicht durch die großen sichtbaren Dinge, sondern durch die sozialen Veränderungen, die den Menschen wieder Mut machten.

Was bedeutet ein gutes Leben für alle?

Irgendwann war der Weg des Fortschritts geebnet. Ein Rausch der Veränderung fegte über die Welt und Technologie mutierte zu einer Art Glaubensgrundsatz für Fortschritt. Elektrizität und Telekommunikation wie Radio und Fernseher begannen, die Welt zu verbinden. Der Traum vom Fliegen eröffnete neue Horizonte und Ziele. Ernteerträge wuchsen in den Himmel und das Modell Demokratie fand immer mehr Verbündete. Es war eine Zeit des Aufbruchs, eine Ära, in der Maschinen zum Wachstums- und Wohlstandstreiber der Menschheit wurden. Aber gleichzeitig spürte man erste Sorge, dass all diese technologischen Innovationen und Entwicklungen nicht ohne soziale, ökonomische und ökologische Verluste einhergehen würden…

Link zum gesamten Artikel der Caritas Steiermark

Zukunftsblick

Artikel Caritas Steiermark – Ein gutes Leben für alle…

In den letzten 100 Jahren hat sich die Welt stark weiterentwickelt, die Nöte und Sorgen der Menschen sind andere geworden. Eines aber ist stets gleich geblieben: Unser Glaube an ein gerechtes, vorurteilfreies und friedvolles Miteinander. Ein Ausblick auf die…

Die Generation Z sieht nicht ohne Sorgenfalten in die Zukunft

Die Generation Z ist mit einem mulmigen Gefühl ins Leben gestartet, vielfach geprägt durch Klimakrise, geopolitische Spannungen und gesellschaftliche Unruhen. Im Artikel „Generation Z(ukunftsangst)“ der Wiener Zeitung beschreibt die Studentin Theresa beispielhaft ihr Empfinden. Sicherheit findet sie zunehmend brüchig, die Zukunft wirkt diffus, oft genug aus Angst. Das Bild einer stolpernden Generation entsteht, die zwar hoffnungsvoll, aber zugleich betroffen auf die Herausforderung Zukunft blickt.

Im Interview mit der Wiener Zeitung spricht Zukunftsforscher Klaus Kofler über ein Thema, das besonders die junge Generation beschäftigt, die wachsende Angst vor der Zukunft. Die Generation Z, aufgewachsen in einer Zeit multipler Krisen, erlebt Unsicherheit, Orientierungslosigkeit und die Sorge, dass es ihr schlechter gehen könnte als den Generationen davor. Kofler macht deutlich, dass diese Ängste ernst zu nehmen sind, sie dürfen jedoch nicht zum Stillstand führen, sondern müssen Ausgangspunkt für neue Handlungsräume werden.

Bildung, Kommunikation und neue Perspektiven für junge Menschen

Für die Generation Z bedeutet das weniger Fokus auf Angst und Ohnmacht, und mehr Mut zur Mitgestaltung. Angst sei ein Warnsignal, sagt Klaus Kofler, aber kein konstruktiver Motor. Besonders betont er die Rolle von Bildung und Kommunikation. Junge Menschen müssten lernen, mit Unsicherheiten umzugehen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und eigene Zukunftsbilder zu entwickeln. Hier sieht Kofler die große Aufgabe der Gesellschaft, Räume zu schaffen, in denen Hoffnung, Kreativität und Vertrauen wachsen können. Nur so könne Zukunft als Chance und nicht als Bedrohung erlebt werden.

Im Interview wird deutlich, dass die Frage nach der Zukunft eng mit unserem Menschenbild verknüpft ist. Klaus Kofler plädiert für ein Denken, das den Menschen nicht länger als Störfaktor, sondern als Teil der Lösung begreift. Resilienz, Empathie und ein regeneratives Zukunftsdesign sind für ihn entscheidend, um mit Unsicherheiten produktiv umzugehen.

Der Artikel mahnt dazu, dringend Jugendanliegen sichtbar zu machen, z. B. durch politische Teilhabe, Stimme im System, sicht- und fühlbares Mitgestalten. Nur so entsteht wieder Vertrauen, Mut und Hoffnung auf eine gestaltbare Zukunft.

zum Artikel der Wiener Zeitung

Zukunftsblick

Artikel Wiener Zeitung – Generation Z und die Angst vor der Zukunft

Im Interview mit der Wiener Zeitung spricht Zukunftsforscher Klaus Kofler über die wachsende Zukunftsangst der Generation Z. Studien zeigen, dass viele davon ausgehen, es werde ihnen schlechter gehen als ihren Eltern. Kofler betont im Gespräch, dass Angst allein kein Handlungsmotor ist. Zukunft entstehe nicht durch Prognosen, sondern durch Haltung, Mitgestaltung und kollektive Verantwortung…

Markenmacht und Moral: Zwischen Profit und Nachhaltigkeit

Im Future Talk Format von Klaus Kofler diskutierten dieses Mal Prof. Dr. phil. Ulrich Kern und Sergej Kreibich unter der Moderation von Klaus Kofler und Holger Bramsiepe zum Thema „Markenmacht und Moral“. Ein Thema, das die Gesellschaft im Ganzen und nicht nur Fachleute betrifft. So befanden die Veranstalter und luden in die Stadtbibliothek Dornbirn ein. Welche Zukunft haben Marken in unserer Gesellschaft? Es ging hoch her in der Diskussion.

Vom Traum zur Enttäuschung

Hat das Markenkonstrukt seine große Zeit hinter sich? Moderator Klaus Kofler beschrieb die Desillusionierung vieler Kunden. Die „Heldenreise“ der Markenkäufer endet häufig in jäher Enttäuschung. Verlockende Markenattribute werten zwar für einen kurzen Moment des Glücks ihr Ego auf, letztlich fallen ihnen aber die durch Marken verursachten Probleme auf die Füße – Müllberge, soziale Ungerechtigkeiten, Umweltzerstörung. Doch hält dies wirklich vom Markenkonsum ab? Co-Moderator Holger Bramsiepe fragte das Auditorium, wer sich als Markenkäufer outet. Ergebnis: fast alle. Dann die Frage, wer an die Ehrlichkeit von Marken glaubt. Ergebnis: fast keiner. Und schon drehte sich die Diskussion um das zentrale Problem. Ursprünglich als Garant für Qualität und Glaubwürdigkeit im Meer der Waren angetreten, dienen Marken immer häufiger nur als schöne Fassade, hinter der sich die eigentlichen Probleme unserer Zeit türmen.

Dem hielt Professor Ulrich Kern, Designforscher und Kreativitätsexperte, seine zentrale Forderung entgegen: Aufgabe von Marken sei es nicht, zu immer mehr Konsum zu verführen, sondern ihre Kunden durch den anstehenden Transformationsprozess zu führen. Nachhaltigkeit werde nicht am Regal im Supermarkt entschieden, sondern viel früher im Hochregallager der Hersteller. Sie müssten Farbe bekennen gegen eine egoistische Marktwirtschaft, die auf dem hedonistischen Verbraucher beruht und zusehends in einer verantwortungslosen Gesellschaft mündet. Dafür brauche es eine Rückbesinnung auf Vertrauen und Verantwortung als zentrale Pole eines zukunftsfähigen Markenkonstrukts, so Kern.

Ernüchterung allerorten?

Bei seinem Gesprächspartner, dem Strategie- und Kommunikationsexperten Sergej Kreibich, rannte Kern mit dieser Forderung offene Türen ein. Geboren in Nairobi und jahrzehntelang außerhalb Europas zuhause, weiß Kreibich nur zu gut, dass große Teile der Welt ganz andere Probleme als die Zukunft hochgezüchteter Marken haben. Um so mehr verwundert es ihn, dass die Kunden seiner Agentur eigentlich immer nur die Fortschreibung der Gegenwart ihrer Marken erwarten. Viele kleine Schritte, aber kein großer Sprung. Optimierung ja, aber keine Innovierung. Und das angesichts der großen Herausforderungen, die in Zukunft auf die Welt zukommen.

Und wie steht es mit dem Design?, fragte Moderator Kofler die beiden Industriedesigner in der Runde – Bramsiepe und Kern. Doch auch hier zeigt sich nach deren Einschätzung kein Wendepunkt. Bewahrung des Status Quo lautet die Devise, ob in der beruflichen Praxis oder an den Hochschulen. Kofler, selbst Zukunftsforscher und Mitgründer der Future Design Akademie, blieb hartnäckig: Wo werden eigentlich die Zukunftsdenker und -macher für morgen ausgebildet? Wo ist dieses Thema im Bildungssystem unserer Gesellschaft verankert? Leider sind dies Leerstellen, musste die Runde feststellen.

Und doch ein Hoffnungsschimmer?

Dem Abgesang auf Marken setzten aber Wortmeldungen aus dem Publikum entschieden Positives entgegen. Ihr seien die Auswirkungen in der Welt nicht egal, die ihr Kaufverhalten hervorruft, so eine junge Frau. Ein Beispiel für den generellen Trend, dass junge Menschen immer kritischer auf Nachhaltigkeit von Marken achten. Und ein Vertreter eines ortsansässigen Unternehmens für Sportkleidung legte dar, wie Nachhaltigkeit bei ihnen gelebt wird – bis hin zu einem Reparaturservice. Ein gutes Beispiel dafür, dass mittelständische Unternehmen in Familienhand oft nach einem klaren Wertesystem agieren, gerade auch im Sinne von regionaler Verantwortung, Kundennähe und Glaubwürdigkeit. Professor Kern hatte dagegen zuvor auf die enorme Marktmacht von Großkonzernen verwiesen, deren ökonomische Bedeutung oft über der ganzer Volkswirtschaften liegt. Auch die Rolle des Gesetzgebers im Umgang mit solchen globalen Schwergewichten wurde aus dem Publikum kritisch hinterfragt. Einig war man sich im Plenum, dass es keine klaren Rezepte gibt, um die Lücke zwischen Marken und Moral dauerhaft zu schließen. Gerade deshalb müssten die Dialoge zwischen Markenmachern, DesignerInnen und ihren Kunden, Wissenschaft, Bildung und Gesetzgeber intensiver denn je geführt werden. Und hierfür war die Veranstaltung in Dornbirn ein gelungenes Beispiel!

Autor: Petra Kern

www.kernkernkompetenzen.de

Zukunftsblick

Future Talk „Verantwortung Konsum“ mit Prof. Dr. Phil. Ulrich Kern

Im Future Talk Format von Klaus Kofler diskutierten Prof. Ulrich Kern, Sergej Kreibich sowie die Moderatoren Klaus Kofler und Holger Bramsiepe über Markenmacht und Moral. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob Marken in Zukunft nur noch schöne Fassaden sind oder echte Verantwortung übernehmen. Prof. Ulrich Kern betonte, dass Marken nicht länger zum reinen Konsum verführen dürfen, sondern Orientierung geben und Werte vermitteln müssen. Strategieexperte Sergej Kreibich bestätigte, dass viele Unternehmen im Status Quo verharren, statt mutig neue Wege zu gehen. Im Publikum zeigte sich, dass gerade junge Menschen kritisch nachfragen und Marken nachhaltiger, transparenter und verantwortungsvoller handeln müssen.